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Der innere Schweinehund

Stehen wir uns eigentlich selbst im Weg?

Wer kennt es nicht, man geht abends ins Bett und setzt sich Ziele für den nächsten Tag oder die nächste Woche, doch was passiert – man versäumt irgendwie die Zeit dafür aufzubringen, stellt die Ziele wieder in den Hintergrund und redet sich ein ist doch gerade eigentlich nicht so wichtig. Ja der innere Schweinehund ist so eine Sache für sich. Er kann dein bester Freund sein, aber auch dein größter Feind. Er ist immer da und irgendwie hat man das Gefühl man muss ihn immer und immer wieder überwinden. Da ist einfach eine innere Stimme, ein Gefühl, dass dich entweder super antreibt oder genau das Gegenteil tut – dir einredet, es sei doch nicht so schlimm mach es doch einfach morgen, nächste Woche, nächstes Mal – oder auch nie.

Doch warum fällt es uns eigentlich schwer unseren Schweinehund zu überwinden? Theoretisch existiert er doch gar nicht. Eigentlich sind das wir selber, die mit sich reden, diskutieren, sich überwinden müssen. Wir müssen niemand anderen überzeugen etwas zu tun, Ziele zu erreichen, voran zu kommen. Nur uns selber.

Trotzdem ist es ein stetiger Kampf, vor Allem bei Dingen auf die wir eigentlich keine Lust haben. Für viele ist das Sport oder den Müll rausbringen oder die Wohnung putzen.

Immer wieder ringen wir mit uns selbst. In den letzten Wochen habe ich bei mir gezielt darauf geachtet wie ich mit meinem inneren Schweinehund umgehe und bin ganz klar zu dem Fazit gekommen, dass ich mir eigentlich nur selbst im Weg stehe. Was ich alles schaffen könnte, wenn ich mir nicht jedes Mal einreden würde, es gehe auch morgen zu erledigen oder vielleicht sei es doch nicht so wichtig wir lassen das mal. Bevor ich mich aktiv selbst observiert habe, ist mir gar nicht klar gewesen wie oft ich mich überwinden muss Dinge zu tun bzw. wie oft ich sie einfach nicht tue und meine innere Stimme siegt. Das schlimmste daran ist, in wie viele echt bescheidene Situationen mich der innere Schweinehund bringt. Es fängt schon bei einer einfachen Überweisung und dem Weg zur Bank an. Wie oft nehme ich mir vor auf dem Rückweg von der Arbeit oder von einem Treffen mit Freunden noch bei der Bank zu halten und Geld abzuheben oder eine Überweisung zu machen. Doch fast zu 99% fahre ich immer an der Bank vorbei weil ich mich einfach nicht dazu durchringen kann anzuhalten, auszusteigen und diese Dinge zu tun. Ist ja auch mega anstrengend. Jetzt mal im Ernst das dauert zwei Minuten wenn nicht sogar kürzer, doch warum auch immer kämpfe ich mit mir. Dadurch habe ich meistens sogar großen Stress und muss Last Minute an einem Tag wo ich wirklich Absolut null Zeit habe zur Bank weil ich sonst in einen Zahlungsverzug kommen würde oder kein Bargeld hätte obwohl ich es brauche. Ist doch bescheuert eigentlich?! Warum mache ich mir selber diesen Stress?

Dasselbe Szenario spielt sich bei dem Thema Sport ab. Morgen stehe ich zeitig auf und gehe Joggen. Oder auch nicht. Meist wache ich kurz auf stelle den Wecker stumm und blubbs schlafe ich schon immer. Und was wird passieren? Genau dasselbe wie die letzten Jahre – das elende Gejammere vor dem Spiegel wenn der Sommer da ist. Hättest du mal mehr Sport gemacht, hättest du mal deinen inneren Schweinehund besiegt. Ja hätte hätte – Fahrradkette.

Wenn man im Gegensatz sieht wie resolut ich bei anderen Personen bin, die dasselbe tun wie ich. Da bin ich ganz groß im Reden halten und einen auf Besser Wisser zu machen. Klar bei anderen ist das auch mega einfach, aber sich selber in den Allerwertesten zu treten ist dann doch ein ganz andere Geschichte.

Da ich mich nun die letzten Wochen selbst beobachtet habe und es mir gar nicht gefiel, wie ich mit meiner inneren Stimme umgehe habe ich beschlossen, auch wenn ich null komma null Lust zu etwas habe, es trotzdem einfach zu machen. Was muss das muss. Somit habe ich in den letzten Tagen wenn ich zur Bank musste und mein innerer Schweinehund wieder meinte: Hey mach das doch morgen, da hast du doch viel mehr Zeit und so, einfach laut im Auto gesagt nein ich mache das JETZT. Und dann habe ich mich widerwillig dazu durchgerungen und es auch getan. Die letzten Tage ging es so weiter. Ich bin, obwohl ich erst hätte 10 Uhr aufstehen müssen, 6:30 Uhr aufgestanden habe etwas Sport gemacht mich an diesen Blogpost gesetzt, einige neue Videos für euch gedreht, die Wohnung geputzt. Merkt ihr was? Ich konnte es selbst kaum glauben wie produktiv ich war, denn wer mich kennt weiß ,dass ich generell zur Kategorie: faule Raupe gehöre als das produktive Sportgirl.

Ich war so mega überrascht, dass wenn ich aktiv darauf achte meinem inneren Schweinehund entgegen zu treten, dass ich so viel mehr schaffen kann. So produktiv war ich das letzte Mal in der letzten Woche meiner Bachelorarbeit. Und da war ich wie immer auf dem letzten Drücker unterwegs und hab geschrieben wie ein Weltmeister. Ich habe in den letzten Tagen so viel Zeit gehabt für andere Dinge, da ich alles immer dann erledigt habe wann es nun mal erledigt werden musste. Ich hatte Zeit in Ruhe zu frühstücken, da ich nicht bis auf die letzte Minute im Bett geblieben bin wobei ich mich auch jetzt frage, warum ich immer so lang im Bett war. Es gibt doch so viel zu tun und die Sommerfigur kommt auch nicht von alleine. Ja ich weiß ich mach das jetzt erst seit ein paar Tagen, aber ich möchte das wirklich so weiter führen und rate euch auch einfach mal auf euren inneren Schweinehund zu achten und auch ihm entschieden entgegen zu treten. Denn so viel wie in den letzten Tagen habe ich lange nicht geschafft und ich fühle mich keineswegs ausgepowert sondern eher bestärkt und fit.

Do It!

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