Lifestyle

If you can dream it, you can do it…

Der 1.Mai. Für viele einfach nur ein Feiertag, für mich einer der besonderen Tage in meinem Leben. Jedes Jahr am 1.Mai schwelge ich in Erinnerungen und habe oft Tränen in den Augen. Nicht aus Trauer, sondern auch unfassbarem Glück. Ich denke an eine Zeit zurück, in der ich so glücklich war und vor allem irgendwie auch zu mir selbst gefunden habe. Um genau zu sein geht es um den 1.Mai 2012. 5 Jahre ist es nun her, ein kleines Jubiläum und ich möchte es feiern, wenn auch nur still und heimlich mit mir selbst und euch, mit denen ich heute teile was dieser Tag in mir auslöst.

 

Der 1.Mai 2012. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen. Ich konnte die Nacht zuvor kaum schlafen, die Koffer standen gepackt im Flur und meine Eltern waren eher skeptisch. Es war der Tag an dem ich mein Auslandsjahr im Disneyworld Orlando antreten würde. Ich hatte gerade meine Ausbildung beendet und schon startete ich in ein Abenteuer. Meine besten Freundinnen kamen zu mir und wir fuhren samt meiner Eltern zum Berlin Schönefeld Flughafen. Doch ich würde nicht allein fliegen. Über Facebook fanden wir uns Gini, Melanie und ich. Alle hatten von Disney dasselbe Abreisedatum erhalten und sollten denselben Flug ab Berlin nehmen. Wir haben nur ein paar Mal vorher geschrieben und uns die Sitze im Flugzeug nebeneinander gebucht, damit wir uns gleich gegenseitig verrückt machen konnten. Wir kannten uns nicht. Wir hatten nur dasselbe Ziel. Disney.

 

Als wäre es gerade erst passiert und ich könnte anfangen so richtig zu heulen, wenn ich nur daran denke. Als wir in das Parkhaus vom Flughafen reinfuhren viel mir ein Mädchen auf und schaute heraus und starrte sie an. Sie starrte genauso. Das muss Gini sein dachte ich mir anhand der Fotos die ich vorher gesehen hatte. Hektisch und aufgeregt winkten wir einander zu. Das war der erste Moment in dem es für mich langsam klar wurde, das passiert gerade wirklich, du gehst weg und das nicht gerade um die Ecke. Langsam gingen wir zum Koffer einchecken. Dort fanden wir uns dann alle. Gini, Melanie und ich. Vor dem Check-in fand kaum Kommunikation zwischen uns statt. Wir waren auch mehr damit beschäftigt gerade den Abschied zu unseren Familien und Freunden so einfach wie möglich zu gestalten. Als sich Gini und Melanie dann langsam verabschiedeten von ihren Angehörigen, ging es dann bei mir los. Sagen wir mal so, ja wir haben alle geweint aber ich bekomme es immer irgendwie hin einen dummen Witz zu reißen und alle mit einem Lachen stehen zu lassen. Das wars. Tschüss Familie. Tschüss Freunde. Tschüss Deutschland. Als die Türen hinter uns geschlossen wurden und wir zur Kontrolle gingen waren wir auf uns allein gestellt. Es gab nie einen Moment der Stille. Ich hätte mir niemand anderen vorstellen können mit dem ich diese Reise hätte beginnen wollen. Eventuell hätten wir uns im „echten“ Leben nie kennen gelernt, nie mit einander gesprochen, wären nie Freunde geworden. Doch dieses Abenteuer brachte uns zusammen und da war definitiv eine höhere Macht im Spiel.

 

Ich werde niemals diesen langen Flug nach Miami vergessen. Wir haben uns so viel unterhalten, gelacht, geheult und Gini du weißt, denn darüber haben wir oft im nach hinein gelacht – DU hast mich wahnsinnig im Flugzeug gemacht. Ich saß am Gang und ungelogen Gini musste so oft raus an ihre Tasche, auf Toilette, keine Ahnung was du immer getrieben hast. Ich glaube selbst die Flugbegleiter waren dezent genervt. Aber dadurch, dass ich genauso ein Chaot bin hat dich das einfach noch sympathischer gemacht. Melanie, die ihren Brief vorgelesen hat im Flugzeug und uns alle zu Tränen rührte und gleich das Formular zur Einreise falsch beschrieben hat. Kennt ihr eine Stadt namens Berlinschweig? Nein?! Wir auch nicht. Sie versuchte es zu retten, na ja es half nur ein neues Formular. Das alte fand sie letzte Woche und schrieb gleich in unsere Gruppe. Ja so kleine Dinge können sehr viel in einem Menschen auslösen.

 

Auf dem Flug von Miami nach Orlando waren wir mehr als nur müde, aber an schlafen war gar nicht zu denken. Auf der ganzen langen Reise fanden sich nicht nur wir 3 auch aus anderen Ländern stiegen bekannte Gesichter ein. Ja über Facebook finden sich so einige. Als wir in Orlando landeten, waren wir sooooo viele, aus so einigen Nationen, alle mit demselben Ziel. Witziger weise fuhr aus unerklärlichen Gründen das Shuttle was Disney organisiert hatte nicht und alle rauften sich zusammen und wir fuhren mit etlichen Großraumtaxen zu unserer ersten Disney Anlaufstelle. Vista Way. Als wir im Dunklem, ca. Mitternacht dort ankamen, das kann ich nicht beschreiben. Wir klebten an den Taxifenstern. Wir kamen anschließend in eine Riesenhalle um alles zu erfahren. Ich weiß noch es gab Obst. Ich habe mir einige Äpfel mehr in die Tasche gepackt, denn im Kühlschrank in meinem Apartment wo ich danach hingebracht werde ist ja noch nichts. Diese Äpfel habe ich nach 3 Monaten dort in der Tasche gefunden. Sie waren noch wie neu. Ich glaube hätte ich sie als Andenken mitgenommen, wären sie jetzt noch in Top Zustand. Kein Dunst, was die Amis da reinspritzen.

 

Was ich auch nie vergessen werde: als wir endlich in unsere Appartements gebracht wurden und ich in den Jeep einsteigen wollte samt Handgepäckskoffer, der definitiv potential zum normalen Koffer hatte fiel ich so wie ich einsteigen wollte genauso wieder rückwärts mit Koffer heraus. Es war sowas von peinlich aber der liebe Fahrer war so nett und hat sich ein Lachen verkniffen und mir aufgeholfen. Als ich endlich in meinem neuen zu Hause ankam, schliefen meine Mitbewohner schon aber da lag ein Zettel von Disney. WELCOME THIS IS YOUR ROOM mit einer kleinen lachenden Mickey Mouse. Keine Ahnung warum aber in dem Moment war ich irgend wie zu Hause dort. Es fühlte sich so richtig an dort zu sein. Auch wenn es kitschig klingt es war magisch und dieses Gefühl hält bis heute an.

 

In meiner Zeit in Disney hab ich mich selbst gefunden, habe so tolle Menschen kennen gelernt und bin über mich hinaus gewachsen. Es war eine schöne, glückliche, atemberaubende Zeit. Und der 1.Mai ist immer ein Tag für mich an dem ich glücklich bin, in Erinnerungen schwelge und auch ein weinendes Auge habe, da die Zeit dort vorbei ist. Doch nur weil ich nicht mehr in Disney bin, heißt das nicht dass die Menschen, die ich dort kennen gelernt habe nicht mehr existent sind. In zwei Wochen treffe ich mich mit Gini und Melanie zu unserem „Jubiläum“ um zusammen nochmal alles wieder zu beleben und darüber zu reden was seitdem passiert ist. Ich weiß es wird so sein, als hätten wir uns gestern erst gesehen und uns zur Arbeit eingeloggt. Es wird so sein wie damals und das schätze ich jedes Mal wenn wir uns sehen. David ich freue mich so sehr auf deine Hochzeit und das ich dabei sein darf. Disney verbindet. Und auch wenn wir uns nicht so oft sehen, uns wird immer eine Zeit verbinden in der wir nur uns hatten. In der wir für einander da waren, in der wir die vermutlich schönste Zeit in unserem Leben hatten. Und das ist der 1.Mai jedes Jahr für mich. Ein wunderschöner Tag, mit Erinnerungen an eine wunderschöne Zeit mit wundervollen Menschen an dem wohl magischsten Ort der Welt. Heute möchte ich glücklich sein auch wenn definitiv die ein oder andere Träne fließen wird.

 

 

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply